Wachstum und Dividende

Geschrieben von Redaktion am 28. August 2012 | Abgelegt unter Beteiligungen, Presse und News

VALUE-WERT DER WOCHE

Georg Pröbstl ist Chefredakteur der Value-Depesche.

Der wöchentliche Börsenbrief (www.value-depesche.ch) ist auf unterbewertete Aktien spezialisiert

Wachstum und Dividende

MPH AG» Das Pharmaunternehmen ist seit Jahren eine Dividendenmaschine. Für 2012 ist eine Rendite von 12,2 Prozent drin – so viel wie bei kaum einer anderen Aktie auf dem Kurszettel.

Im Jahr 2009 gab es 0,13 Euro, für 2010 und 2Q11 kassierten die Aktionäre jeweils 0,20 Euro Dividende je Aktie. Mit einer Rendite um neun Prozent war MPH Mittelständische Pharma Holding schon in den letzten Jahren eine reine Dividendenmaschine. Für dieses Jahr erwarte ich sogar einen Dividendensprung in den zweistelligen Renditebereich.

Das Unternehmen ist auf die Beschaffung, Herstellung und Lizenzierung von pharmazeutischen Produkten spezialisiert und konzentriert sich auf Generika und Parallelimporte von Arzneimitteln. Das Umfeld ist attraktiv. Wegen der Sparbemühungen der Krankenkassen verschreiben Ärzte oft keine teuren Originalpräparate, sondern günstigere Generika. Bei Parallelimporten werden im Ausland produzierte Originalmedikamente nach Deutschland eingeführt und hier vergleichsweise günstig verkauft.

Bisher wuchs MPH durch die Ausweitung seiner Importgenehmigungen. Seit 2009 verdreifachten die Berliner die Zahl der Lizenzen auf über 500, der Umsatz verdoppelte sich auf 145,5 Millionen Euro, das Ergebnis kletterte von 0,13 auf 0,23 Euro je Aktie. Jetzt dürfte der nächste Schub anstehen.

Durch den Kauf von 52 Prozent der Aktien der Beteiligungsgesellschaft Windsor im Mai hat MPH Zugang zu den Pharmaunternehmen Simgen und Pharmigon. Da beide Firmen, anders als MPH, nicht den Zwangsrabatten der Branche unterliegen, erzielen sie höhere Margen. Mit 13,9 Prozent lag die Gewinnspanne bei Pharmigon 2011 doppelt so hoch wie bei MPH. Dazu kommt Wachstumspotenzial. Pharmigon ist auf das direkte Geschäft mit Apotheken spezialisiert und liefert patientenindividuelle Medikationen.

Wachstumsgerüchte

Da bei diesen Mischungen zunehmend auf Auslagerung gesetzt wird, bietet sich für Pharmigon Potenzial. Wie ich höre, will die Tochter Simgen dagegen im Ausland wachsen. Gut informierte Kreise rechnen damit, dass Simgen den Umsatz bis nächstes jahr auf zehn Millionen Euro verdreifachen wird – bei Margen von zehn Prozent. Durch organisches Wachstum und die Beteiligungen dürfte der MPH-Gewinn schon 2012 steigen. Ebenso die Dividende: 0,27 Euro je Aktie – Rendite 12,2 Prozent – ist drin.

Doppelt spannend: Zum einen dürfte die Bekanntgabe der hohen Dividende – wahrscheinlich im März – bei der Aktie einen Schub auslösen. Zum anderen erzielen die Krankenkassen derzeit enorme Überschüsse. Es besteht die Chance, dass die noch bis juli 2013 gültigen Zwangsrabatte der Pharmabranche gesenkt werden. Ein entsprechender Beschluss des Gesetzgebers könnte den MPH-Kurs dann im Mai oder Juni 2013 weiter beflügeln.

Archiv MAGNUMDr. Peter Brenske

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